Die schöne Kirche von Beinwil am See

Kirche_Beinwil_Armin_Meili_1965 (Foto: Peter Eichenberger)

Kirchenpflege
Peter Eichenberger,
Planen Sie eine Hochzeit, eine Taufe oder einen anderen kirchlichen Anlass? Unsre Kirche in Beinwil am See steht ihnen offen.

Die Kirche Beinwil am See steht unter Denkmalschutz.Sie wurde im Jahre 1935 vom Architekten Armin Meile gebaut.



Der bedeutende Luzerner Architekt (und spätere Nationalrat) Armin Meili (1892–1981) verstand diese Formenbalance sehr effektvoll auszuschöpfen; in seiner Heimatstadt hatte er kurz zuvor 1931/33 den Bau des Kongresshauses in wesentlich konsequenterer Moderne realisiert, einen Meilenstein der Schweizer Architekturgeschichte, der jedoch 1996 dem bekannten «KKL» von Jean Nouvel weichen musste. Aber auch im vormodernen reformierten Kirchenbau hatte Meili bereits Erfahrung, wenn auch seine mächtige Kirche in Solothurn (1922/24) und die kleine Diasporakirche in Wolhusen LU (1924/25) stilistisch und grössenmässig von ganz anderem Zuschnitt sind als jene in Beinwil.

Vom weissen Putz heben sich die grau getönten Betonrippen und die Kunststeingewände ab. Ein besonderes Schmuckstück von künstlerischer Eigenwilligkeit ist das Bogenportal im Vorbau, vor allem die Gestaltung der Zugangstüren mit handwerklichem Beschläg und delfinförmigen Türklinken. Am Turmschaft nebenan prangt eine kleine Sonnenuhr.

Der vergoldete Turmengel, der Richtung Dorf die Posaune bläst

Besonders auffällig wirkt am 53 Meter hohen Turm die Bekrönung durch einen vergoldeten Engel, der für sich allein 2,3 Meter hoch ist. Der Engel, der in Richtung Dorf die Posaune bläst, wurde in einer Kunstwerkstatt in Luzern gefertigt. Bei der Renovation 1985 kam im Inneren der Engelsfigur ein doppelseitiges Schriftdokument der Baukommission zum Vorschein.
Darauf ist zu lesen, dass die Anbringung des Engels der Baukommission einige Sorgen bereitete, vermutlich sowohl aus statischen als auch aus symbolischen Gründen, zumal diese Art der Turmbekrönung eher eine Seltenheit bedeutete.

Gedacht war die Engelsfigur als Sinnbild in zweifacher Hinsicht, einerseits für die freudevollen Worte: «Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf du Stadt Jerusalem!», andererseits ebenso als Figur aus der Offenbarung des Johannes 14,6: «Ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen und allen Nationen, Stämmen und Sprachen und Völkern und sprach mit grosser Stimme: Fürchtet Gott und gebet Ihm die Ehre!»
Quelle:
Onlinedokumentation der reformierten Kirchen im Aargau, » Reformierte Kirche im Aargau Matthias Walter
» Kirche Aargau
Bereitgestellt: 16.09.2021     Besuche: 40 Monat